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Photo ©Alice Russolo e Nicola Santini
Die Einsiedelei von Montecasale
 • 427 km
Die Franziskuswege in der Toskana
Die Franziskuswege in der Toskana

Die Franziskuswege sind eine Reihe von Pfaden, die zu den die zahlreichen mit dem Leben des hl. Fanz von Assisi verbundenen Orten in der Toskana führen. Von Florenz aus, wo mit der Basilika von Santa Croce eines der bedeutendsten franziskanischen Gotteshäuser steht, können die Wanderer von heute zum Kloster von La Verna gehen. Dort verbrachte Franziskus immer wieder längere Zeiträume und empfing im September 1224 die Stigmata.

Der Weg führt auch durch den toskanischen Abschnitt des Tibertals, in dem es einige Orte gibt, die untrennbar mit dem Leben des hl. Franziskus verbunden sind, wie die Einsiedelei von Montecasale und die Burg von Montauto. Von La Verna aus erreichen zwei Routen Anghiari, eine Strecke verläuft nach Westen bis zum Sasso di Simone und eine andere vereint sich mit dem Weg, der über Monterchi nach Assisi führt.
Von Anghiari aus wendet sich die Route weiter nach Süden und erreicht das Zentrum von Arezzo, mit der Basilika San Francesco. Duch die Valdichiana Aretina führt sie schließlich nach Cortona, einem weiteren Ort, der dem hl. Franziskus sehr am Herzen lag und in dem er die Einsiedelei Le Celle gründete.

Zusammengefasst kann das Netz der Franziskuswege in der Toskana in drei große Abschnitte unterteilt werden, die miteinander verbunden sind:

  • der Abschnitt Florenz-La Verna, mit zwei  Routen (auf der Karte braun gekennzeichnet)
  • die Wege, die durch die Valtiberina Toscana, das toskanische Tibertal, führen, das heißt, die beiden Routen des Abschnitts La Verna-Anghiari, von denen eine über Pieve Santo Stefano und Sansepolcro und die andere über Caprese Michelangelo führt (Rot auf der Karte); die Strecke, welche die Einsiedelei von Cerbaiolo mit dem Gebiet von Badia Tedalda und Sestino verbindet (Orange) und in den Franziskusweg Rimini-La Verna mündet; der Abschnitt, der über Monterchi nach Umbrien führt und sich dort mit dem Weg nach Assisi vereint (Grün)
  • der Abschnitt Anghiari-Cortona (Blau)

Zu diesen Strecken gesellen sich die letzten Etappen des Franziskuswegs Rimini-La Verna, die über Balze und Pennabili in der Emilia Romagna die Toskana erreichen.

Von Florenz zum Kloster La Verna
Das Panorama am Consuma-Pass- Credit:  Stefano Cannas

Farbliche Kennzeichnung auf der Karte: Braun

Wie anfangs erwähnt, ist der Ausgangspunkt der Franziskuswege in der Toskana die Basilika Santa Croce in Florenz, die 1294 dort erbaut wurde, wo in den zwanziger Jahren des gleichen Jahrhunderts Franziskanermönche ein Kloster gegründet hatten. Der hl. Franziskus soll Florenz mindestens einmal, im Jahr 1217, besucht haben, berichten franziskanische Quellen.
Das Kloster La Verna, am anderen Ende der Strecke, befindet sich wenige Kilometer von Chiusi della Verna entfernt: Es ist ein friedvoller Ort mit langer Geschichte inmitten der Natur des Nationalparks Foreste Casentinesi.

Um von Florenz aus nach La Verna zu gelangen, kann man zwei Routen folgen, einer nördlichen und einer südlichen, die im Folgenden beschrieben werden und auch als Ringstrecke zurückgelegt werden können.

Nördliche Route über den Consuma-Pass
Anzahl der Etappen: 6
Gesamtlänge: 96,50 km
Schwierigkeitsgrad: leicht (Etappe 1) ~ moderat (Etappen 2-6)

Die nördliche Route führt über die Stationen Pontassieve, Consuma-Pass, Stia, Camaldoli und Badia Prataglia nach La Verna. Zu Beginn folgt der Weg längere Zeit dem rechten Arno-Ufer, durch eine sanfte Hügellandschaft mit bebauten Feldern. Ab dem kleinen Ort Diacceto, einige Kilometer nach Pontassieve, geht es dann vor allem durch Wälder und nach Stia erreichen wir den Nationalpark Foreste Casentinesi.
Unter den zahlreichen Attraktionen entlang des Wegs sind die wunderschöne Pfarrkirche San Giovanni a Rèmole in Le Sieci (Pontassieve), die schon seit 955 dokumentiert ist; das wundervolle Panorama am Consuma-Pass; die Pfarrkirche Santa Maria Assunta und das Museo dell′Arte e della Lana in Stia sowie das Kloster Camaldoli inmitten des Nationalparks Foreste Casentinesi, in dem einige Gemälde Giorgio Vasaris bewundert werden können.

Südliche Route über Vallombrosa und Poppi
Anzahl der Etappen: 6
Gesamtlänge: 90,90 km
Schwierigkeitsgrad: moderat (Etappen 1-4 und Etappe 6) ~ leicht (Etappe 5)

Die Südroute führt  die Pilger auf dem linken Arno-Ufer aus Florenz heraus und umfasst die Stationen Rignano sull′Arno, die Abtei von Vallombrosa, Montemignaio, Poppi und Santa Maria del Sasso vor den Toren von Bibbiena. Sie entspricht zum Teil der römischen Via Florentia, die noch im Mittelalter von Bedeutung war, sowohl wegen der zahlreichen Pilger, die über sie zogen, wie der Handelsbeziehungen, die die mächtige Adelsfamilie Guidi und Florenz unterhielten.
Auch diese Strecke bietet eine Reihe von Attraktionen, darunter das Spedale di Bigallo in der Nähe von Bagno a Ripoli, eines der zahlreichen mittelalterlichen Hospize, in denen Pilger und Wanderer Aufnahme fanden; die eindrucksvolle Abtei von Vallombrosa, ein bedeutendes religiöses Zentrum, das noch heute Unterkunft bietet; das Castel Leone und das Oratorium Santa Maria della Calle in Montemignaio und die Burg der Grafen Guidi in Poppi.

Die Franziskuswege in der Valtiberina
Das Kloster La Verna- Credit:  Valentina Dainelli

Das toskanische Tibertal, das reich ist an Natur, Spiritualität und Kunst, wartet mit ausgedehnten Wäldern und Weideflächen auf, die heute Naturparks sind und dazu einladen, auf den Spuren der Pilger entdeckt zu werden. Am Weg liegen zahlreiche Einsiedelein und Orte des Glaubens, die mit dem hl. Franziskus verbunden sind, aber auch typische Ortschaften, in denen bedeutende Künstler wie Piero della Francesca und Michelangelo geboren wurden.

Von La Verna nach Anghiari: Östliche Route über Pieve Santo Stefano und Sansepolcro
Anzahl der Etappen: 4
Gesamtlänge: 64 km
Schwierigkeitsgrad: moderat (sämtliche Etappen)
Farbkennzeichnung auf der Karte: Rot

Nach dem Aufsteig auf den Monte Calvano, wo man einen spektakulären Rundumblick genießt, geht es hinunter nach Pieve Santo Stefano, der "Stadt des Tagebuchs". Die erste Etappe endet an der Einsiedelei von Cerbaiolo, einem alten Benediktinerkloster, das später dem hl. Franziskus während einer seiner Pilgerwanderungen geschenkt wurde. Den Mittelpunkt des Klosters, das heute dem hl. Antonius gewidmet ist, bildet ein Kreuzgang aus dem 17. Jahrhundert, um den sich eine Kirche, eine Sakristei, ein Refektorium, eine Kapelle und Mönchszellen gruppieren.
Die zweite Etappe führt durch das Naturschutzgebiet Alpe della Luna und zum Ort Montagna. Die nächste Etappe in Richtung Sansepolcro führt an der Einsiedelei von Montecasale vorbei, die von besonderer Bedeutung ist, da sie 1213 von Franziskus selbst gegründet wurde und ein bedeutendes Beispiel für eine schlichte, in die Natur eingefügte Architektur ist.

In Sansepolcro, dem Geburtsort von Piero della Francesca, lohnen das Museo Civico, das einige Meisterwerke des großen Künstlers beherbergt, und die zahlreichen Kirchen einen Besuch, in denen Werke von Künstlern wie Luca Signorelli, Perugino und Rosso Fiorentino zu sehen sind.
Der Weg führt weiter nach Anghiari, dem wundervollen, befestigten mittelalterlichen Ort, der durch die nach ihm benannte und von Leonardo da Vinci dargestellte "Schlacht" berühmt wurde. Hier kann man, unter anderem, die Chiesa della Croce bewundern, die an der Stelle erbaut wurde, wo der hl. Franziskus auf dem Rückweg von La Verna nach Assisi ein Holzkreuz aufgestellt hatte.

Von La Verna nach Anghiari: Westliche Route über Caprese Michelangelo und Montauto
Anzahl der Etappen: 2
Gesamtlänge: 47,40 km
Schwierigkeitsgrad: moderat (sämtliche Etappen)
Farbkennzeichnung auf der Karte: Rot

Während die östliche Route über die Höhenzüge der Alpe della Luna führt, verläuft die westliche Route durch die grüne Landschaft der Alpe di Catenaia, die das Tibertal und den Casentino trennt.
Etwa auf halbem Weg der ersten Etappe, deren Ziel Caprese Michelangelo ist, Michelangeo Buonarrotis Geburtsort, liegt die Einsiedelei Casella. Der Legende nach machte Franziskus hier auf dem Rückweg nach Assisi Rast, nachdem er die Stigmata empfangen hatte. Kurz darauf wurde die Einsiedelei erbaut, die ab dem Jahr 1228 bezeugt ist.
Lungo la seconda tappa, poco dopo aver passato la località Ponte alla Piera, il cammino tocca la Fabbrica della Natura, sede del Centro Visita e di Educazione Ambientale della  Auf der zweiten Etappe, kurz nach dem Ort Ponte alla Piera, kommen wir zur Fabbrica della Natura, dem Besucherzentrum der Riserva Naturale dei Monti Rognosi.
Nun führt der Weg weiter in die Gegend des Monte Acuto und zum Castello di Montauto, in dem Franziskus als Gast der alten Familie Galbino gewöhnlich Halt machte. Es heißt, dass er sich auch 1224, als er die Stigmata empfangen hatte, in Montauto aufhielt und bei dieser Gelegenheit Graf Alberto seine alte Kutte hinterließ, die heute im Kloster von La Verna als Reliquie  aufbewahrt wird. Nicht weit von Montauto befinden sich auch die kleine Kapelle Maestà di San Francesco und das Cenacolo di Montauto, ein Franziskanerkloster, das im 16. Jahrhundert gegründet wurde.

Von der Einsiedelei Cerbaiolo über Badia Tedalda und Sestino zum Sasso di Simone
Anzahl der Etappen: 3
Gesamtlänge: 47,50 km
Schwierigkeitsgrad: moderat (sämtliche Etappen)
Farbkennzeichnung auf der Karte: Orange

Der Abschnitt, der durch das Gebiet von Badia Tedalda und Sestino führt, folgt alten Verbindungswegen zwischen dem Tibertal und den Regionen jenseits des Apennin und schließt sich der Ostroute auf der Strecke La Verna-Anghiari an, die auf der Höhe des Passo di Viamaggio durch Pieve Santo Stefano führt. Auf dem Weg begegnen die Wanderer ausgedehnten Wäldern und Weideflächen mit einer reichen Wildflora, in denen Dammwild, Hirsche und Rehe sowie Raubvögel wie Steinadler leben.
Badia Tedalda, ein harmonisch in die Natur eingebetteter Bergort, kann als Hauptort des schon erwähnten Naturschutzgebiets Alpe della Luna betrachtet werden. Unbedingt sehenswert ist die Kirche San Michele Arcangelo, die fünf wundervolle Terrakottawerke der Della Robbia aus dem 17. Jahrhundert beherbergt.
In Sestino empfiehlt sich ein Besuch des Antiquarium Nazionale mit zahlreichen Exponaten aus der Römerzeit, die im Ort und der Umgebung gefunden wurden, und der Kirche San Pancrazio. Unter den Naturattraktionen sind der Parco Faunistico del Ranco Spinoso und das Naturschutzgebiet Sasso di Simone zu nennen.

Über Monterchi zu den Franziskuswegen in Umbrien
Anzahl der Etappen: 1
Gesamtlänge: 11,60 km
Schwierigkeitsgrad: leicht
Farbkennzeichnung auf der Karte: Grün

Zwischen Sansepolcro und Anghiari, an der Grenze von Toskana und Umbrien, schließt sich das Netz der toskanischen Franziskuswege auf der Höhe der Orte Bertine und San Leo der Route an, die über die Franziskuswege in Umbrien Richtung Assisi führt. 
Nach einem ersten kurzen Abstecher auf umbrisches Gebiet bei Citerna, führt der Weg wieder durch die Toskana und nach Monterchi, das sich über dem Tibertal erhebt. Dort lohnt sich zweifellos ein Besuch des Museum der Madonna del Parto, in dem das berühmte Fresko Piero della Francescas zu sehen ist.

Auf den Spuren des hl. Franziskus von Anghiari nach Cortona
Die franziskanische Einsiedelei Le Celle in Cortona

Anzahl der Etappen: 3
Gesamtlänge: 69,90 km
Schwierigkeitsgrad: moderat (sämtliche Etappen)
Farbkennzeichnung auf der Karte: Blau

Auf dem letzten Abschnitt der Franziskuswege in der Toskana verläuft die Route weiter nach Arezzo, durch einige der wichtigsten Orte der Valdichiana Aretina, wie Castiglion Fiorentino und Cortona

Unter den zahlreichen Sehenswürdigkeiten in Arezzo, von der Piazza Grande bis zur Kathedrale SS. Donati e Pietro, sticht die Basilika San Francesco heraus, die von der schlichten franziskanischen Architektur geprägt ist und Piero della Francescas Freskenzyklus mit der Legende vom Wahren Kreuz beherbergt.
Am Ende der dritten Etappe erreichen wird die den Heiligen Quiricus und Julitta gewidmete Pfarrkirche von Sassaia, die das darunterliegende Tal dominiert. Sie wurde im 11. Jahrhundert erbaut und ist heute eine Pilgerherberge.

Von der Pfarrkirche aus führt die letzte Etappe die Pilger nach Cortona, über Castiglion Fiorentino, einen alten von einer fast intakten Stadtmauer umgebenen Ort, den der mächtige Burgturm dominiert, und das nahe gelegene Castello di Montecchio Vesponi.
Bevor er in Cortona endet, macht der Weg Station an der franziskanischen Einsiedelei Le Celle, die im 13. Jahrhundert von Franz von Assisi gegründet wurde. Noch heute ist die am Monte Sant′Egidio gelegene Einsiedelei ein magischer Ort, der Frieden und innere Einkehr schenkt.

Auch in Cortona, dem Ziel der Reise, gibt es eine ganze Reihe von Orten, die mit dem Leben des hl. Franz von Assisi verbunden sind, darunter die Basilika Santa Margherita, neben der sich ein altes franziskanisches Kloster befindet, und die Kirche San Francesco.

Pilger, die von Cortona weiter in Richtung Arezzo wandern möchten, können der alten Via Lauretana folgen.

Links für den Download der einzelnen Abschnitte der Franziskuswege in der Toskana

Wenn Sie auf die untenstehenden Links klicken, können Sie gezippte KML-Dateien der einzelnen Etappen der verschiedenen Abschnitte herunterladen.

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