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Insel Montecristo
Die Insel Montecristo
DIE INSEL, DIE WIE EINE GROSSE, IN DIE WOLKEN RAGENDE BURG ERSCHEINT, UMGIBT EINE IRREALE ATMOSPHÄRE

Aus der Ferne hat die Insel Montecristo die Form eines dunklen Bergs. Sobald die Insel dann ins Blickfeld rückt, offenbart sich dem Besucher seit jeher ein faszinierendes Schauspiel. Einst hieß die Insel Oglasa, im Laufe des Mittelalters aber wurde sie als Monte Christi bekannt, vielleicht aufgrund ihrer Klostertradition. So wurde nämlich auf der Insel seit dem 5. Jahrhundert das Monastero San Mamiliano (Kloster des hl. Mamiliano) betrieben. Vom geologischen Gesichtspunkt her ist Montecristo eine grosse granitartige „Klippe”, die von einer Bergkette mit drei Hauptgipfeln durchzogen wird: dem Monte della Fortezza (645 m hoch), der Spitze des Colle Fondo (621 m) und Coma dei Lecci (563 m).

Die Hänge fallen entlang der gesamten Küste steil ins Meer, die einzige Anlegestelle ist die Cala Maestra, die am Ende eines schmalen, baumbestandenen Tals liegt, wo sich auch das einzige Gebäude der Insel befindet, die ehemalige Villa Reale. Um das Jahr 1988 wurde die Insel Montecristo zu einer biologischen Schutzzone erklärt, die sich ausgehend von der Küste um die tausend Meter erstreckt, während der Zugang auf 1000 Besucher pro Jahr begrenzt wurde, die entlang der drei, vom Staatlichen Forstkorps genutzten Wege geführt werden.

Montecristo wird nur von dem Wächter Giorgio Maraj und seiner Frau Luciana Andriolo bewohnt, auch wenn den beiden in den Sommermonaten einige Förster-Paare zur Seite stehen, die sich in der Überwachung der Insel abwechseln. Sobald man die Insel betritt, umweht einen eine zeitlose Atmosphäre: Man fühlt sich an einen irrealen Ort katapultiert, während auf der ganzen Insel eine undurchdringliche Stille herrscht. Über die drei begehbaren Strecken (alle eher anspruchsvoll) gelangt man zu den Überresten des bereits erwähnten Convento di San Mamiliano (ungefähr eine Stunde und 10 Minuten von der Cala Maestra entfernt) und dann zur Grotta del Santo (ca. 40 Minuten Fußweg vom Kloster aus), einen reizvollen Ort, der sich perfekt zur Meditation eignet und wo noch einige Exvotos vorhanden sind.

Aufgrund der historischen Umstände, die einer starken Besiedlung von Montecristo entgegengewirkt haben, entwickelte sich die Insel zu einem Ort, an dem man sich Küsten des Mittelmeers ohne die umweltbelastenden menschlichen Eingriffe vorstellen kann. Montecristo ist aber auch aufgrund seiner außergewöhnlich intakten Flora und Fauna von großem Interesse. Hier haben Tier- und Pflanzenarten überlebt, die einst entlang aller Küsten des Mittelmeers verbreitet waren. Eines der Symbole, die für den Schutz der Insel stehen, ist denn auch die Ziege von Montecristo, eine nichtendemische Art, die während der ersten Epochen der Besiedlung eingeführt wurde und sich dann zum Wildtier entwickelte. Auf Montecristo existiert die einzige italienische Population von Wildziegen. Die Rasse stammt aus dem Nahen Osten (Capra aegagrus) und kennzeichnet sich durch gebogene, spitze Hörner.

Die Insel Montecristo zählt seit 1996 zum Parco Nazionale dell’Arcipelago Toscano, während ihr für den aktiven Umweltschutz bereits 1988 das Europäische Diplom für geschützte Gebiete verliehen wurde, dank dem die Insel als Gebiet von gemeinschaftlichem Interesse gilt. Der Zutritt zur Insel wird streng kontrolliert und von der Comando del Corpo Forestale dello Stato di Follonica geregelt. Das Baden und der Fischfang sind innerhalb von drei Meilen und die Schifffahrt innerhalb von tausend Metern ab der Küstenlinie verboten. Ein Besuch von Montecristo erfordert viel Geduld, da jährlich nur 1.000 Genehmigungen gegenüber etwa 15.000 Anfragen ausgestellt werden, um auf die Insel zu gelangen, wobei die durchschnittlichen Wartezeiten zwischen drei und vier Jahren betragen.

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