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Photo ©Shutterstock / Federico Photos
Villa Garzoni in Collodi
Villen und Gärten für unvergessliche Naturerlebnisse in der Toskana
Interessante naturkundliche Ausflüge in Botanische Gärten, Parks und unberührte Landschaften

Die historischen Parks der Toskana sind das ideale Ziel für anregende Spaziergänge, wobei ihre Einzigartigkeit vor allem aus der gelungenen Kombination aus Architektur, Kunst und Natur besteht. Mitten im Grün gelegene Villen, Parks und Gärten, die jeweils grandiose Werke der Architekturgeschichte enthalten, von der Renaissance über Barock, Romantik und 19.Jh. bis in die heutige Zeit. Nachfolgend beschreiben wir - geordnet nach zeitlichen Epochen - einige dieser Paradiese, die das Gesamtbild und die Geschichte der toskanischen Provinzen seit jeher geprägt haben.

Florenz und Umgebung

Der Boboli-Garten in Florenz ist eines der schönsten Beispiele für einen Italienischen Garten des 16.Jh.s und dienten zahlreichen europäischen Höfen als Vorbild. Die Besucher können über verschiedene Terrassierungen, Alleen und Wegen den Hügel hinauf wandeln, wo eine wertvolle Sammlung von Skulpturen aus der Römerzeit bis ins 17.Jh. zu sehen ist. Der Park Le Cascine erstreckt sich am rechten Arnoufer und ist ein beliebtes Ziel für Radfahrer, Spaziergänger und Ausflügler, die auch in der Stadt ein wenig Natur und saubere Luft genießen möchten.

Der ebenfalls in Florenz gelegene Park des Stibbert-Museums enthält Monumente, Brunnen, Skulpturen und zahlreiche Spazierwege, die vorbei an hochgewachsenen Bäumen auf und ab durch den Park führen und teilweise mit didaktischen Rundgängen für Schulklassen versehen sind. Ein ideales Ziel für Spaziergänger sind die Botanischen Gärten, wie beispielsweise der Giardino dell’Iris, der im Mai mit einer Blütenpracht von Schwertlinien aufwartet, dem Symbol der Stadt Florenz. Der Giardino dei Semplici, drittältester Botanischer Garten Europas, wurde im Jahr 1545 im Auftrag von Cosimo dei Medici errichtet.

In herrlicher Panoramalage oberhalb von Florenz liegt die Medici-Villa von Castello mit einem herrlichen auf Terrassen angelegten Park, sowie eine der berühmtesten Medici-Villen: Villa La Petraia.

Keinesfalls vergessen darf man auch die nahe Florenz gelegene Villa Gamberaia mit ihrer bunten Mischung aus Grünflächen, architektonischen Elementen, Wäldchen und bebauten Feldern, sowie Villa Torre in Cona, in der Nähe von Rignano sull’Arno. In der Villa Demidoff in Pratolino-Vaglia kann man Skulpturen berühmter Bildhauer bewundern: die berühmteste ist der Colosso dell’Appennino, eine mythologische Figur, der auch eine schützende Funktion zugeschrieben wird.

Terre di Siena und Valdichiana
Der italienische Renaissance-Garten des Palazzo Piccolomini, Pienza- Credit:  Shutterstock / Laura Facchini

Inmitten der sanften Hügellandschaft und Weinberge um Siena liegt die Villa Geggiano, ein Adelssitz mit Park und Heckentheater des 18.Jh.s, in dem Vittorio Alfieri Ende desselben Jahrhunderts eine seiner Tragödien rezitiert. Von hier aus bietet sich ein herrlicher Ausblick auf Siena. Ebenfalls in Castelnuovo Berardenga lädt der riesige Park der Villa Arceno mit Weihern, Brunnen und Tempeln und jahrhundertealten Bäumen zu einem Spaziergang ein.

Auf einem Hügelkamm in Vicobello liegt einer der schönsten Renaissance-Landsitze der Umgebung von Siena, Villa Chigi, die unter anderem für ihren Zitronengarten berühmt ist; um beim Thema zu bleiben, sollte man sich auch keinesfalls den „Zitrusgarten“ der Villa Cetinale bei Sovicille entgehen lassen.

Ideale Orte der Begegnung von Architektur und Natur sind der Hängegarten des Palazzo Piccolomini (Pienza) und der untere formale Garten der Villa La Foce der Markgrafen Antonio und Iris Origo. In Valdichiana bei Cortona lädt der stimmungsvolle Parkgarten der Villa Tommasi Aliotti zu anregenden Spaziergängen ein, vorbei an Grotten, Brunnen, Quellen, Skulpturen, Büsten und jahrhundertealten Pflanzen, die sowohl aus naturkundlicher als auch wissenschaftlicher Sicht von großem Interesse sind.

Zeitgenössische Kunst im Freien
Der von Niki de Saint Phalle gestaltete Giardino dei Tarocchi (Tarot-Garten)- Credit:  Shutterstock / Valerio Mei

Perfekt in die Hügellandschaft der Maremma bei Grosseto eingebettet ist der Tarotgarten, ein von der französischen Künstlerin Niki de Saint Phalle gestalteter Park mit riesigen Skulpturen, die an den 22 Figuren der großen Arkana des Tarots inspiriert sind. Im romantischen Park der Villa Celle in der Provinz Pistoia werden Installationen zeitgenössischer Künstler gezeigt, und in dem Giardino des Schweizer Künstlers Daniel Spoerri kann man entlang des botanischen Rundgangs 80 Werke zeitgenössischer Künstler bewundern.

Valdinievole, Pisaner Berge und Lucchesia
Villa Garzoni in Collodi- Credit:  Shutterstock / Federico Photos

In der Provinz Pistoia sollte man sich keinesfalls die eindrucksvolle Terassenanlage der Villa Garzoni in Collodi entgehen lassen, eine ideale Verbindung geometrischer Formen der Renaissance mit barocker Pracht. Im Park der Villa Puccini in Scornio, der Ausdruck einer romantischen Gartenstils aus der Mitte des 19.Jh.s. ist, steht das Thema Wasser im Mittelpunkt.

In der stillen Landschaft am Fuße der Pisaner Berge liegt die Villa Roncioni. Sie war mit ihrem Park Kulisse der Liebesgeschichte zwischen Ugo Foscolo und Isabella Roncioni, die der Dichter in der Teresa den „Letzten Briefen des Jacopo Ortis“ verewigte. Der symmetrische und zentral zur Fassade angelegte Garten der Villa Malaspina in Massa ist durch seine Buchsbeete und ein großes Steinbecken mit Nymphen in der Mitte des Parks charakterisiert.

Die Villa Reale in Marlia, Provinz Lucca, mit den herrlichen Orsetti-Gärten aus dem 17.Jh., entfaltete ihre volle Pracht unter Elisa Baciocchi Bonaparte, einer Schwester Napoleons. In der Villa waren berühmte Persönlichkeiten zu Gast, unter anderem der Geigenvirtuose Paganini, der amerikanische Künstler John Singer Sargent sowie Vertreter der Königshäuser ganz Europas. Ebenfalls sehenswert sind Villa Cenami Mansi mit ihrem herrlichen Park, Villa Santini Torrigiani, eines der elegantesten und spektakulärsten Landgüter der Umgebung von Lucca, und Palazzo Contorni Pfanner, Drehort der Filme „Die tolldreisten Streiche des Marchese del Grillo“ und „Arrivano i bersaglieri“.

Toskanischer Archipel
Forte Stella und Villa von Napoleon, Portoferraio, Insel Elba- Credit:  Shutterstock / Luciano Mortula

Wir begeben uns nun auf See in Richtung Insel Elba: man erzählt, dass Paolina, eine Schwester Napoleons, einst davon träumte, aus den intensiv-sinnlichen Aromen der Insel ein Parfüm zu kreieren, das ihre Pariser Duftwasser bei weitem übertreffen sollte. Vielleicht inspirierte sie dazu auch die heitere Atmosphäre des Parks der Palazzina dei Mulini in Portoferraio, von dem man einen herrlichen Blick auf die toskanische Küste genießt.

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