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Photo ©Ramiro Castro Xiques
Nova Eroica
Gravel-Events in der Toskana
Drei attraktive Veranstaltungen, um die Toskana mit dem Fahrrad zu erkunden

Beginnen wir ganz von vorne, mit dem Wort Gravel, das inzwischen als spezieller Begriff für eine ganz bestimmte Kategorie von Fahrrädern benutzt wird und sogar eine neue Sportart bezeichnet. Seit einigen Jahren werden für diese Fahrräder auch spezielle Events veranstaltet, die weder als Rennen noch als Zusammenkünfte deklariert werden können: es handelt sich vielmehr um eine Philosophie des Radfahrens.

Die Idee hinter den Gravel-Fahrrädern (von Englisch „Kies“ oder „Schotter“) steckt bereits im Namen: auf den ersten Blick sehen sie wie Rennräder aus, jedoch mit breiteren Reifen, um neben den Asphaltstraßen auch auf Schotter- und Feldwegen fahren zu können. Der Rahmen ist mit breiteren Gabeln für die grobstolligen Reifen ausgestattet und ermöglicht eine bequemere Sitzposition. Abgesehen von diesen beiden Merkmalen gibt es eine Reihe unterschiedlicher Varianten. Manche Räder sind mit breiten 29‘‘-Reifen wie Mountainbikes oder mit einer zusätzlichen Ausrüstung wie Gepäckträger und Schutzblechen ausgestattet. Die Rahmen können aus unterschiedlichsten Materialien angefertigt sein, die von Stahl bis zu Titan reichen. Das Gravel-Bike ist damit also eine perfekte Mischung aus Rennrad, Tourenrad und Mountainbike.

Ursprünglich wurde dieser Radtyp für Cyclocross-Rennen genutzt, doch haben die Gravel-Räder insbesondere hinsichtlich der Nutzung und der Art der Rennen eine weitere Entwicklung durchlaufen. Sie unterscheiden sich sowohl durch Rahmen und Reifenart als auch durch die Wettbewerbe. Die Gravel-Rennen (auch Gravel-Events genannt) werden nicht auf geschlossenen Parcours ausgetragen wie beim Cyclocross, sondern auf mittellangen Strecken, die häufig über Feldwege führen. Genau um diese Art von Strecken geht es hier, da in den letzten Jahren viele davon in der Toskana eingerichtet wurden, mit steigender Tendenz. Bei einer Suche im Internet oder in den einschlägigen Gruppen findet man viele Beschreibungen mehr oder weniger bekannter Strecken, die alle eines gemeinsam haben: es geht eher um Spaß und Abenteuer als um Wettstreit. Auch die Entdeckung regionaler Spezialitäten und Umweltschutz sind wichtig und zählen mehr als eine Medaille.

Unter den zahlreichen Events haben wir drei ausgewählt, die pures Vergnügen versprechen und eine optimale Gelegenheit sind, die Toskana aktiv kennenzulernen. 

Nova Eroica
- Credit:  Ramiro Castro Xiques

Für Neulinge im Radsport sei hier erwähnt, dass Eroica ein Event für Oldtimer-Fahrräder ist, der seit über 20 Jahren am ersten Sonntag im Oktober in Gaiole/Chianti stattfindet. Es handelt sich keineswegs um ein Treffen weniger Liebhaber, sondern um ca. 7.000 Teilnehmer, die sich mit ihrem Drahtesel unter dem inzwischen altbewährten Motto „Dabeisein ist die Mühe wert“ auf Strecken unterschiedlicher Länge und Schwierigkeitsgrade wagen, die zumeist über Schotterstraßen führen.

Seit einigen Jahren gibt es in vielen Ländern auf der ganzen Welt ähnliche Veranstaltungen, zu denen auch NOVA Eroicaspeziell für Gravel-Fahrräder gehört. Der Event findet in Buonconvento in der Provinz Siena statt, das sich zu diesem Anlass einiges einfallen lässt. Ein reichhaltiges Angebot an gastronomischen Spezialitäten und die örtliche Musikkapelle sorgen für die gleich gute Stimmung wie bei der Eroica in Gaiole und sind Ausdruck purer Freude am Radfahren, wie in den Glanzjahren der Ausnahmeathleten Bartali und Coppi: die gesamte Gefühlspalette zwischen Freud und Leid, die die Disziplin auf zwei Rädern zu bieten hat.
Die Strecke führt größtenteils über Schotterwege durch die herrlichen Weinberge und Felder der Hügellandschaft um Siena, wobei einige Abschnitte dem Zeitfahren gewidmet sind. Nicht nur ein einzigartiges Erlebnis, sondern ein echtes Rennen, an dem jedes Jahr auch verschiedene Profis der Disziplin teilnehmen. Wie bei „Eroica“ bietet auch diese Veranstaltung Strecken unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade. Der wahre Geist des Rennens basiert jedoch nicht auf dem Wettkampf, sondern gemäß dem Motto des Schöpfers der Eroica vor allem auf dem „Dabeisein“.

Für weitere Informationen siehe die Homepage von Nova Eroica

 

 

Ganza Gravel

Veranstaltungen dieser Art entstehen häufig auf Initiative einer Gruppe von Freunden hin, die  dasselbe Hobby teilen. Wenn dann noch ideale Voraussetzungen wie die wundervollen Schotterstraßen der Provinz Pisa, die Lust am Organisieren und kulinarische Köstlichkeiten dazu kommen, ist die Sache perfekt. Austragungsort ist das Valdera, eine weniger bekannte, dafür umso ursprünglichere Region mit herrlichen Feldwegen und sanften Hügeln. Ausgehend von der Ortschaft Forcoli bieten die Veranstalter eine Reihe von Gravel-Strecken verschiedener Schwierigkeitsgrade, unter denen sich auch eine für komplette Neulinge befindet. Zum Programm gehören natürlich auch gastronomische Verpflegungspunkte. Einer befindet sich im Teatro del Silenzio in Lajatico, dem Geburtsort des berühmten Sängers Andrea Bocelli. Nachdem alle ihre Strecke zurückgelegt haben und an den Ausgangspunkt zurückgekehrt sind, findet in Forcoli ein großes Dorffest statt, um den Tag angemessen ausklingen zu lassen.

Im Oktober dreht sich in dieser Region der Toskana mit ihren wunderschönen Schotterwegen alles um Gravel. Für die Teilnahme muss man Mitglied in einem Amateur-Radsportverein sein und sollte ein Gravel-Bike oder MTB 29” besitzen. Im Unterschied zu anderen Gravel-Rennen sind die Strecken nicht mit Schildern markiert, sondern mit einem GPX-Track, der auf das GPS-Gerät des Fahrrads geladen wird, so dass man der Strecke problemlos auch allein folgen kann.

Für weitere Informationen siehe die Homepage von Ganza Gravel

 

Tuscany Trail

Auch diese Veranstaltung ist kein klassisches Radfahrer-Treffen. Es handelt sich vielmehr um den ersten echten Trail der Toskana. Darunter versteht man eine mehrere hundert Kilometer lange Strecke, die ohne die Unterstützung von Organisatoren komplett selbständig zurückgelegt werden kann und speziell für Radfans eingerichtet wurde, die das Abenteuer lieben.

Die genau festgelegte Strecke durchquert die Toskana von Norden nach Süden und wurde von einem jungen MTB-Fahrer konzipiert, der von Beruf Geologe ist und seine Leidenschaft für GPS-Tracking und Fahrräder einsetzte, um einen Bikepacking-Event ins Leben zu rufen, der für die Region eine völlige Neuheit ist. Der Begriff ist von den Radtaschen abgeleitet, die man für schnelle Reisen mit wenig Gepäck benötigt. Im Gegensatz zu den normalen Fahrradtaschen, für die ein Gepäckträger notwendig ist, sind letztere selbsttragend, ohne dass zusätzliche vorder- oder rückseitige Gepäckträger gebraucht werden. Außerdem sind sie weitaus leichter und eignen sich daher auch für lange Strecken.

Man braucht also nur ein geeignetes Fahrrad, die notwendig Ausrüstung zum Übernachten im Freien, ein GPS mit dem von der Organisation bereitgestellten Track und schon kann es losgehen. Natürlich ist dieser Trail nur für echte Sportler und erfahrene Radfahrer geeignet, denn immerhin handelt es sich um eine Strecke von 500 km Länge. Seit diesem Jahr sind aber auch E-Bikes zugelassen. Der Trail ist sehr anspruchsvoll und stellt die Teilnehmer vor harte Anforderungen. Eine Entlohnung für die Mühe sind jedoch die Ausblicke auf die schönsten Landschaften und Dörfer der Region: die Tour beginnt an der Küste und führt anschließend durch die malerischen Hügellandschaften von Florenz und Siena, um schließlich erneut am Meer in der herrlichen Lagune von
Orbetello zu enden.

Für weitere Informationen siehe die Homepage von Tuscany Trail

 

 

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