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Der Frankenweg in der Nähe von Monteriggioni
Die Via Francigena in der Toskana: 16 Etappen durch Geschichte und Natur
Auf den Spuren der einstigen Pilger

Kultur, biologische Vielfalt, Landschaft, Kunsthandwerk und Kreativität sind nur einige der Attraktionen, die man in der Toskana finden kann. Dies ist nicht zuletzt der hohen Lebensqualität und ursprünglichen Natur dieser Region zu verdanken, wo sich die vom Menschen errichteten Ansiedlungen und Verkehrswege perfekt an die Morphologie der Landschaft anpassen.

Die Via Francigena
 ist ein alte europäische Verkehrsstraße, die auf fast 400 km durch die Toskana verläuft: eine ideale Gelegenheit, um auf diesem historischen Weg nach Rom, der einst von Pilgern, Kaufleuten und Reisenden genutzt wurde und durch Wälder, Hügel und mittelalterliche Dörfer führt, die Geschichte, Kunst und Küche dieser einmaligen Region aus der Nähe kennenzulernen.

Die in
16 Etappen unterteilte Strecke kann mit dem Fahrrad, zu Fuß oder auf dem Pferd zurückgelegt werden, aber auch als Ausgangspunkt für gastronomische, historische, kulturelle und künstlerische Ausflüge dienen, auf den Spuren antiker Landkirchen, Weiler und Landschaften, die entlang dieses historischen Fernwanderwegs entstanden sind.

Die Via Francigena
 durchquert die Toskana von Norden nach Süden und ist eine einmalige Gelegenheit, die facettenreiche Schönheit der Gegend kennenzulernen: von der waldigen Lunigiana mit den Kunstschätzen von Pontremoli, mittelalterlichen Dörfern, Landkirchen und Burgen, über Pietrasanta bis ins Tal nach Lucca, um anschließend nach San Miniato hinaufzusteigen und die Hügellandschaft bis San Gimignano zu durchwandern, vorbei an Monteriggioni bis nach Siena und weiter zum Monte Amiata und in die Val D’Orcia, hinauf nach Radicofani und bis Rom.

Vom Passo della Cisa nach Pontremoli
Die Via Francigena in der Toskana, Stadttor von Pontremoli

Die erste toskanische Etappe der Via Francigena führt über einen Apenninenkamm in der Nähe des Cisa-Passes und anschließend durch stille Waldgebiete hinab ins Tal des Flusses Magra bis zum Meer. Eine Landschaft mit zahlreichen Burgen, romanischen Landkirchen und faszinierenden Wehrdörfern, die heute noch gut erhalten sind. Pontremoli besticht mit seinen historischen Palazzi und mittelalterlichen Kirchen, darunter S. Pietro, wo heute noch das Labyrinth“ zu sehen ist, Symbol der Pilger auf dem Weg ins Heilige Land.

Von Pontremoli nach Aulla

Auf Feldwegen und Pfaden geht es von Pontremoli durch mehrere Waldgebiete bis zur eleganten Landkirche von Sorano und weiter durch die alten Ortschaften Filattiera und Filetto bis nach Villafranca in Lunigiana. Hier überquert man den Wildbach Bagnone und steigt in Richtung Virgoletta hinauf bis Terrarossa mit dem majestätischen Castello Malaspina, um anschließend zur Abtei San Caprasio in Aulla aus dem Jahr 884 zu gelangen.

Von Aulla nach Sarzana

Der erste Teil der Etappe von Aulla führt vorbei an Burgen, Festungen und mittelalterlichen Ortschaften in den Hügeln der Lunigiana und bietet einen herrlichen Ausblick auf das Tyrrhenische Meer. Besonders eindrucksvoll ist die ursprüngliche Atmosphäre der malerischen Dörfer, aber auch ein Besuch der Ruinen des Castello di Brina und des Städtchens Sarzana. 

Von Sarzana nach Massa
Das Castello Aghinolfi in Montignoso- Credit:  Wzgfan97

Von Sarzana geht es auf einer Straße weiter durch die Hügellandschaft mit Weinbergen, von der sich herrliche Ausblicke auf die Apuanischen Alpen und das Meer bieten. Anschließend führt die Via Francigena durch die Altstadt von Massa und hinauf nach Montignoso, wo auf einer Anhöhe das Castello di Aghinolfi liegt.

Von Massa nach Camaiore

Man steigt hinauf zum Castello Aghinolfi bis zu einer Panoramastraße, auf der wegen des starken Verkehrs entsprechende Vorsicht geboten ist. Die Strecke führt anschließend weiter nach Pietrasanta, dem kleinen Athen Italiens“, das zur Wahlheimat diverser Künstler aus aller Welt wurde. Direkt nach Pietrasanta kann man die alte Landkirche S. Giovanni besichtigen. Anschließend geht es auf und ab durch die Hügellandschaft von Lucca bis zur Altstadt von Camaiore mit der Badia.

Von Camaiore nach Lucca
Die Badia San Pietro in Camaiore- Credit:  Davide Papalini

Nach dem Besuch der Altstadt von Camaiore und der Badia steigt man auf den Monte Magno und durchquert die „Valle della Freddana“, um schließlich nach Valpromaro zu gelangen. Von hier aus führt der Weg durch den Wald nach Piazzano. Danach geht es hinab ins Tal des Wildbachs Contesola. Nach dem Überqueren des Flusses Serchio in Ponte San Pietro erreicht man in kurzer Zeit Lucca durch das alte Stadttor San Donato.

Von Lucca nach Altopascio

Von Lucca aus führt die Via Francigena am Arno entlang bis Capannori, wo die Kirche San Quirico mit einer Fassade aus dem 12.Jh. steht. Es geht weiter nach Porcari, wo sich ein Umweg zur 500 m entfernten Badia Pozzeveri lohnt. Schließlich erreicht man Altopascio mit dem großen Klosterhospital der Tau-Ritter. Es bot den Pilgern einst sichere Herberge in einem waldreichen Gebiet, wo unter anderem die Gefahr räuberischer Überfälle bestand.

Von Altopascio nach San Miniato
San Miniato, Panoramaansicht

Von Altopascio führt die Via Francigena auf originalen Pflasterwegen nach Galleno und weiter durch die unberührte und wenig besiedelte Hügellandschaft Cerbaie bis Ponte a Cappiano mit der Medici-Brücke. Von hier geht es entlang des Kanals Usciana durch ein ehemaliges, heute trockengelegtes Sumpfgebiet in die Altstadt von Fucecchio. Nachdem man den Arno überquert hat, erreicht man in Kürze San Miniato mit seinem heute noch intakten mittelalterlichen Ortsbild, das für seine Pracht und seinen Reichtum berühmt war

Von San Miniato nach Gambassi Terme

Von San Miniato führt ein außerordentlich schöner Streckenabschnitt entlang der Hügelketten des Val d'Elsa mit zahlreichen Burgen, Festungen, Herbergen und Klöstern bis zur Landkirche Coiano mit einer steilen Steintreppe, und schließlich zur Landkirche Santa Maria in Chianni aus dem 12. Jh. Von hier aus erreicht man nach kurzer Zeit Gambassi, das auch für seine Thermen berühmt ist.

Von Gambassi Terme nach San Gimignano

Von Gambassi Terme führt ein kurzer Abschnitt erneut über die stimmungsvollen Hügelkämme des Val d'Elsa, das dicht mit Burgen, antiken Kirchen und Klöstern bebaut ist, bis zur Wallfahrtskirche Pancole. Von hier aus geht es, teilweise auf einer antiken mittelalterlichen Pflasterstraße, hinauf in die Ortschaft Collemuccioli und anschließend weiter zur Landkirche von Cellole, um zuletzt die Anhöhe mit den Türmen von San Gimignano zu besteigen.

Von San Gimignano nach Monteriggioni
Monteriggioni

Von San Gimignano führt die Strecke auf Feldwegen zur romanischen Landkirche Santa Maria in Coneo. Anschließend überquert man eine Brücke über den Fluss Elsa und gelangt zur Kirche San Martino in Strove, die ebenfalls im Stile der Romanik erbaut ist. Nachdem man den Klosterkomplex in Abbadia a Isola erreicht hat, erblickt man schon bald Monteriggioni mit seiner Stadtmauer und der unverwechselbaren Silhouette der hoch aufragenden Türme.

 

Von Monteriggioni nach Siena

Von Monteriggioni aus geht es weiter auf Schotterstraßen durch die sienesische Landschaft in die mittelalterliche Ortschaft Cerbaia. Nachdem man die Burgen Chiocciola und Villa hinter sich gelassen hat, führt der Weg weiter auf und ab durch die Hügel bis an die Porta Camollia von Siena, dem Tor, das von der Via Francigena in die Stadt führt. Man geht die Via Banchi di Sopra hinunter, um anschließend hinauf zur Piazza del Campo sowie zum Dom und Ospedale Santa Maria della Scala zu gelangen, einem der wichtigsten Museen Sienas.

Von Siena nach Ponte d'Arbia
Die Via Francigena in der sienesischen Hügellandschaft- Credit:  Ilaria Giannini

Von Siena führt ein anspruchsvoller Streckenabschnitt über die Feldwege der Val d'Arbia nach Grancia di Cuna, einem antiken, befestigten Landgut im Eigentum des Ospedale Santa Maria della Scala. Nun geht es weiter entlang der charakteristischen Ausläufer der Crete Senesi vorbei an Monteroni, wo man zunächst das Wehrdorf Lucignano d'Arbia erreicht, und anschließend Ponte d'Arbia.

Von Ponte d'Arbia nach San Quirico d'Orcia

Von Ponte d'Arbia aus gelangt man nach Buonconvento mit seinem perfekt erhaltenenen Ortskern. Anschließend führt der Weg durch die Valle dell'Ombrone ein Stück entlang der Via Cassia nach Montalcino. Auf Feldwegen geht es dann weiter nach Torrenieri, um schließlich, begleitet von herrlichen Ausblicken auf das Val d'Orcia den Ort San Quirico d'Orcia zu erreichen.

Von San Quirico d'Orcia nach Radicofani

Von San Quirico d'Orcia führt die Strecke durch kahle Hügel in das kleine Wehrdorf Vignoni mit herrlichem Ausblick auf das Val d'Orcia. Anschließend geht es hinunter nach Bagno Vignoni, das für sein monumentales Thermalbecken bekannt ist. Einen Abstecher wert ist das historische Zentrum von Castiglione d'Orcia mit dem Turm der Festung Rocca di Tentennano. Nach einem längeren Streckenabschnitt, der sich auf und ab durch die Täler der Flüsse Orcia und Paglia schlängelt, erreicht man die antike Herberge Le Briccole, von wo es weiter nach Radicofani geht.

Von Radicofani nach Acquapendente
Radicofani- Credit:  Visit Tuscany

Von Radicofani folgt man der Via Francigena dem Kamm entlang, wobei sich herrliche Ausblicke über die gesamten Hügel der Val d’Orcia und auf den Monte Amiata bieten. Kurz nach Ponte a Rigo erreicht man die Region Latium. Anschließend geht es weiter auf einer Schotterstraße mit herrlichen Ausblicken auf das Tal des Flusses Paglia nach Proceno und schließlich nach Acquapendente.

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